Autorin Corinna Stremme 

Ideen-Stifterei

Filou Fuchs will in den Himmel Erzählung von Corinna Stremme und Illustrationen von Anita (Fox) Schwörer

Anita und ich haben auf der Buchmesse zusammen gewohnt und schon vorher mit der Idee gespielt, zu meinem von ihr gezeichneten Lieblingsfuchs eine Geschichte entstehen zu lassen. 

Filou Fuchs hat schon eine Menge verrücktes Zeug gemacht, aber im Himmel war er noch nie. Diese Erzählung für Kinder spielt mit den Wünschen, die mehr oder weniger realistisch sind und regt an zum Weiterträumen und Nichtaufgeben. Lindsey, der Marienkäfer, und Knut, der Floh, sind dabei seine Wegbegleiter, wobei erstere die treibende Kraft und Letzterer der ewig Zweifelnde ist. Beide stehen symbolisch für die widerstreitenden Gefühle auf dem Weg zu Großem. Wer kennt sie nicht? Es bleibt spannend, ob Filou seinen Weg geht und ob Knut, der alte Nörgler letztendlich doch überzeugt werden kann, dass der Himmel eine Reise wert ist. Kommt ihr ein Stück mit ihnen mit?

Leseprobe zu Filou Fuchs will in den Himmel

"Filou Fuchs hatte schon so ziemlich alles gesehen, was ein Fuchs so sehen wollte. Er war nach Paris gereist und war beim Bunjee-Jumping in Afrika rückwärts im Affentempo von einer Brücke gesaust, hatte mit Till Schweiger in New York gefrühstückt, aber im Himmel war er noch nie gewesen.

So viel stand fest!

„Du kannst doch nicht allen Ernstes da hoch wollen?“, fragte seine Patenfüchsin ungläubig und drehte die Augen Richtung Himmel. 

„Da geht man doch nicht freiwillig hin“, räusperte sich der Mann der Patenfüchsin und verschwand knurrend hinter der Morgenzeitung.

„Such dir ein anderes Abenteuer“, riet ihm auch sein bester Freund, der sonst zu allen Schandtaten bereit war. Diesmal nicht!

Dumm aber auch!

Seine alte Freundin Lindsey jedoch, ein kleiner weiblicher Marienkäfer, der es sich schon auf der Durchreise auf so manchem Fuchs gemütlich gemachte hatte, aber immer wieder bei Filou Fuchs landete, fand die Idee käferstark. 

„Ich bin dabei, wo müssen wir hin, wo ist der Eingang, wen fragen wir, was muss ich einpacken, wieso sind wir noch hier?“ 

Filou Fuchs war schon ganz schwindelig, bevor es losging. Das ging ihm bei Lindsey öfter so, sie machte einen mit ihrem Gequatsche ganz schwindelig.

Er mochte das.

Eindeutig anders war das Ganze bei Knut gelagert. Der mochte das Verhalten des plappernden hübschen Käfers gar nicht. Er war das männliche Gegenstück zu Lindsey, war selbst Kraft seines Amtes allerdings ein Blutsauger. Er saß öfter einmal neben dem anderen Ohr des Fuchses und hielt sich grundsätzlich die Ohren zu, wenn Lindsey brabbelte. So nannte er das abfällig.

„Pah“, entfuhr es ihm auch kurzerhand, „wir gehen hoffentlich nirgends hin. Darf ich daran erinnern, was das letzte Mal passierte, als du auf den verrückten Käfer gehört hast?“ "