Autorin Corinna Stremme 

Ideen-Stifterei

"Ritter Max und der dicke Bert bekommen Besuch" von Corinna Stremme, Illustrationen von Meike Teichmann, Band 2

Schon gegen Ende des 1. Bandes formte sich bei Meike Teichmann und mir die Idee zu einer Reihe rund um Ritter Max und Bert, den Drachen.

Wenn man Charaktere erst einmal lieb gewonnen hat, braucht es nur ein oder zwei Zeilen und ich bin wieder mitten drin in einem Abenteuer. Ich höre dann die den Figuren eigenen Stimmen. Die typischen Charaktereigenschaften fließen fast automatisch in meinen elektronischen Stift.

Obwohl ich zugeben muss, dass ich die jeweilige Geschichte nicht von Anfang an im Kopf habe. 

Sie entsteht vielmehr Satz für Satz. 

Klar, gibt es eine Grundidee. 

Aber manchmal weiß ich selbst noch nicht, was auf der nächsten Seite geschehen wird, geschweige denn im nächsten Satz. 

Ich überrasche mich also durchaus manchmal selbst, wenn ich ehrlich bin.

Aber so viel können wir schon einmal verraten: 

Marleen, Dany, Max und Bert müssen alles in ihrer Macht Stehende in die Arena werfen, damit sie auch heil aus diesem Abenteuer nach Hause kommen. Hugo hat sich nämlich angekündigt: Der Vater von Bert kommt zu Besuch. Und der wird alles andere als erfreut sein, zu erfahren, dass sein missratener Sohn liebevollen Umgang mit den Menschen pflegt.

 

Leseprobe zu "Ritter Max und der dicke Bert bekommen Besuch", Band 2 

"„Wath thagst du da? Dath kann doch wieder mal alleth gar nicht wahr thein!?“ Kopflos lief der dicke Drache Bert hin und her und machte einen ganz unglücklichen Eindruck.

Hätte er Haare gehabt, hätte er sie sich gerauft und vielleicht sogar ausgerissen.

„Nun beruhige dich doch endlich“, beschwichtigte sein bester Freund Ritter Max, „er ist doch nur dein Vater.“

„Nur? Du hatht gut reden. Hugo ith, ith mehr alth ein Vater", stotterte Bert, "er itht der Schrecken deth Königreicheth. Er itht ein Dethpot, ein st-renger Vater!“, dabei stolperte der Drache ein wenig über den spitzen Stein, so wie es ihm eigen war, „Nicht tho wie deiner, der für dich da itht und dich unterst-ützt.“,

„Uarh“, und schon ging das Geplärre wieder los.

Dicke Tränen spritzten Max aufs Hemd, in Null Komma Nix war er total durchnässt und sah aus wie ein begossener Pudel. Na toll!

Ritter Max hatte ganz vergessen, wie es war, wenn der dicke Bert völlig aufgelöst war. Das schaffte offenbar nur dessen Vater namens Hugo.

Vor zwei Jahren nämlich hatten sie sich alle in einem drachenstarken Abenteuer kennen gelernt und waren erst Gegner und dann Trickpartner geworden. Mittlerweile waren sie so ziemlich dicke Freunde.

Im wahrsten Sinne des Wortes.

Da Bert nämlich für sein Leben gerne Schwarzwälder Kirschtorte fraß und am liebsten gleich zwölf Dutzend am Stück, konnte man nicht wirklich von einem schlanken Drachen Bert sprechen. Die Mutter von Max war bekanntermaßen eine begnadete Konditorin.

Obwohl der dicke Bert zugegebenermaßen nicht mehr ganz so dick in der Po-Gegend war, weil die Drachenspiele mit Ritter Max und den Burgfräuleins Marleen und Dany viele Kalorien verbrannten.

Die Freunde liebten es, ihr altes Abenteuer mit Großvater Waldemar nachzuspielen. Am Ende lagen sie prustend und lachend am Boden und erzählten, wie sie die Jungfrauen gerettet hatten, die Bert und sein Großvater jahrelang versteckt gehalten hatten.

„Ich wander auth“, schrie Bert hysterisch, „dath ist die Löthung.“

„Was ist die Lösung?“, fragte Marleen neugierig, die wie verabredet in die Schlucht gekommen war.

Im Hintergrund hatte Bert angefangen, wild seine Sachen in drei überdimensionale Koffer zu stopfen, wobei er alles andere als strukturiert vorging.

Wenn er sich auf den größten von allen setzte, quoll ein Drittel der Sachen wellenartig hervor.

„Stopp“, schrie Max, der leicht die Nerven verlor, wenn Bert so richtig wenig drachenhaft war. Ritter Max konnte es auf den Tod nicht leiden, wenn Bert vergaß, dass er ein Selbstbewusstsein hatte: 

„Du gehst nirgendwo hin“, fügte er ihm gegenüber streng hinzu.

Zu Marleen gewandt erläuterte er fast beiläufig: „Hugo kommt zu Besuch!“

"Ach, du Schreck", entfuhr es Marleen, die das Ausmaß der Katastrophe blitzschnell begriff."(...)