Autorin Corinna Stremme 

Ideen-Stifterei

"Töffel und Bruno" von Corinna Stremme mit Unterstützung von Annette Seydlitz

Die zweite Erzählung aus der Töffel-Reihe ist in Zusammenarbeit mit einer systemischen Familientherapeutin entstanden. Natürlich wird diese Geschichte auch von Illutié - Atelier of Illustration bebildert werden.

Wir dürfen uns auf einen neuen Charakter freuen: Bruno, den Bären. Er muss wie unser Hamster-Mädchen mit tiefer Traurigkeit umgehen lernen.

Abenteuer kommen hier wie im ersten Teil wieder nicht zu kurz, gleichzeitig erhalten Eltern und trauernde Kinder mehr als nur Informationen, dass Traurig- und Glücklichsein nahe beieinander wohnen. 

Ob Töffel trauert, dass sie mit der Stoffwechselstörung ADHS eine andere Kindheit leben muss als andere oder Bruno befürchtet, seine Schwester Emma könne sterben, beide lernen: Über Gefühle darf gesprochen werden-jede/r trauert auf seine Art.

Wir dürfen gespannt sein, wie unser Bären-Junge aussieht. Britta Reinhard wird etwas gewohnt Wundervolles gestalten.

Leseprobe aus "Töffel und Bruno können trauern und dennoch bärig glücklich sein", 

 

(...) "Auf dem Weg zur Schule besserte sich Töffels Laune erst, als die Sonne hinter den Wolken hervorblinzelte und sich erahnen ließ, dass die Wettervorhersage vielleicht doch nicht Recht behalten würde. Das wäre toll! Die Leiter zum Baumhaus hatten sie gestern nämlich schon angefangen.

Vollends vergessen war die miese Stimmung aber, als Töffel unerwarteter Weise Bruno, ihren Lieblingsbären aus der alten Schule, sah. Sie traute ihren Augen nicht, sie glaubte tatsächlich zu träumen, aber diesmal einen wunderschönen Traum, vermisste sie Bruno doch all zu sehr.

Der Freundschaftsbär hatte sich kaum verändert. Nur die üblichen Veränderungen hatten stattgefunden, die Tierkinder in ihrem Land so durchliefen. Sie wurden ihren Eltern im Erwachsenwerden immer ähnlicher. Und so war Bruno im Laufe des letzten Jahres wie seine Freundin Töffel insgesamt der eigenen Mutter im Aussehen ein wenig näher gekommen.

„Was machst du denn hier, hast du dich verlaufen?“ 

„Nö“, sagte Bruno. „Wie käme ich dazu? Ich kenne den Wald wie meine Westentasche.“ Und schon lagen sie sich jubelnd in den Armen.

Das musste sie Mariechen und Löffel erzählen, die beiden kannten alle Geschichten von Bruno und wie schwer es Töffel trotz neuer Freunde an der neuen Schule ohne ihn fiel.

Bei Bruno war der Morgen anders verlaufen, aber fröhlich konnte man den Beginn ebenfalls nicht nennen.

Tschüss, Emma, ich komme morgen wieder“, sagte Bruno so fröhlich er nur konnte, als er das Zimmer seiner kleinen Schwester im Krankenhaus verließ. Sie war so blass und klein in diesem großen Bett in einem Zimmer, das gar nicht zu ihr passte. Ein Bären-Mädchen wie sie musste grässlich pinke Vorhänge haben und auf dem Boden einen nachgestellten Ponyhof und einen Frisiertisch haben mit tausend Spangen. 

Hier gab es zwar ein paar lustige Tierzeichnungen an den Wänden, die konnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um eine Art Endstation für kleine Tierkinder handelte. Auf dem Flur schaute er nach seinen Eltern. Sie waren nicht da und er fragte eine alte Storchenfrau, die dort als Krankenschwester arbeitete, nach ihnen. (...)"